Bureau Moreau

In Lyciens Gefilden,

der Heimat der Chimaera,

brannte die Sonne unbarmherzig

auf die Felder herab.

Ovid, Metamorphosen, VI 339

Liebe Freunde der Philosophischen Bauern, 

 

spätestens seit in der mythologischen Antike die feuerspuckende Chimaira erstmals südlich von Antalya gesichtet wurde, vorne Löwe, hinten Drache, in der Mitte Ziege, mit notorisch übler Laune und gefährlich für alle, die sich näherten, ist das Monsterarsenal der Menschheit auch mit Mischwesen gut gefüllt.

 

Chimaira selbst, die zumindest begrifflich als Ur-Mischwesen gelten kann, hat davon allerdings nicht viel mitbekommen. Sie wurde im Auftrag des lykischen Königs Iobates recht zügig nach ihrem Erscheinen von Bellerophon, dem listigen Bleigießer, endgültig erledigt. Dass Bellerophon seinen erfolgreichen Angriff auf dem Rücken eines Mischwesens führte, auf Pegasos, dem geflügelten Pferd, zeigt schon: es war an der Zeit, sich an Mischwesen, die seitdem Chimären heißen, zu gewöhnen.

 

Und das taten dann auch alle.

 

Bis aber jemand entschied, Chimären systematisch zu erforschen und zu züchten, dauerte es ein Weilchen. Wir wissen es nicht genau, Details verrät sie nicht, aber es wird um 1900 gewesen sein, als Animalie Circe Naumann-Moreau sich auf den Weg zur weltweit unerreichten Koryphäe der biophilosophischen Chimärenzüchtung gemacht hat.

 

Ihre Chimären sind fröhliche Mixta Naturalia, gemischte Naturphänome, die sich nicht auf Organismen beschränken, wie in der mythologischen Antike und noch heute in der modernen Biologie. Naumann-Moreau schimärisiert Freestyle: sie baut Chimären aus Menschen, aus Tieren, aus Pflanzen, aus Pilzen, aus Erde, aus Wasser, aus Luft, aus Steinen, aus Holz oder auch aus Ideen, Begriffen, Theorien, Kunsterzeugnissen.

 

Wir freuen uns sehr, dass wir auf Vermittlung unseres Ehrenvorsitzenden Johann Andreas Naumann, der in herzlicher Verbundenheit zugleich auch der Lieblingscousin 2. Grades von Animalie Circe Naumann-Moreau ist, erstmalig ihre Forschungs- und Züchtungsergebnisse einer breiten Öffentlichkeit präsentieren können:

 Bureau Moreau

Die biophilosophischen Studien

der Animalie Circe Naumann-Moreau

 

19.08.—02.09.2023 (24/7)

FRIZZGalerie

Friedrichstraße 23a, 10969 Berlin

 

Was uns da erwartet, das wissen wir nicht. Wir vertrauen auf das feine Gespür für kuriose Phänomene unseres Ehrenvorsitzenden und auf den Hinweis seiner Lieblingscousine 2. Grades, dass die Chimäre ein geselliges Wesen sei, das gesehen werden möchte.

 

In diesem Sinne: seien Sie alle herzlich eingeladen!

 

Das Bureau-Moreau kann jederzeit von außen durchs Schaufenster bestaunt werden. Ein Gang durchs Bureau ist nach Voranmeldung möglich (Anmeldung unter: tschilp@diephilosophischenbauern.de).

 

Es grüßen

Die Philosophischen Bauern